FDP: Bildungscampus als Chance nutzen – Höing und Dünningsbruch endlich aus der Planung nehmen!

Die FDP-Fraktion Hagen begrüßt die Pläne für einen gemeinsamen Bildungscampus von FernUniversität, Fachhochschule und Cuno-Berufskollegs ausdrücklich. Zugleich fordert sie einen grundlegenden Kurswechsel bei den bisherigen Schulbauplanungen.
„Ein gemeinsamer Bildungscampus könnte für Hagen ein echter Meilenstein werden. Wenn berufliche Ausbildung, Wissenschaft, Hochschulen und Handwerk an einem Standort zusammenfinden, entstehen völlig neue Möglichkeiten für die Fachkräfte von morgen. Das wäre nicht nur ein Gewinn für unsere Bildungslandschaft, sondern ein wichtiger Impuls für den gesamten Wirtschaftsstandort. Diese Chance verdient unsere volle Unterstützung“, erklärt Katja Graf, Vorsitzende der FDP-Fraktion.
„Allerdings sollte niemand so tun, als sei diese Idee gerade erst vom Himmel gefallen. Über eine Verlagerung der Fachhochschule wird seit Jahren gesprochen. Auch die Nachnutzung ihres bisherigen Standorts für eine vierte Gesamtschule wurde wiederholt vorgeschlagen. Doch Verwaltung, CDU, SPD und Grüne haben solche Alternativen stets vom Tisch gewischt und stattdessen unbeirrt die Zerstörung wertvoller Naturflächen im Dünningsbruch vorangetrieben. Jetzt zeigt sich, dass es sehr wohl andere Möglichkeiten geben könnte. Wir fordern deshalb, die Campuslösung schnellstmöglich und sorgfältig zu prüfen und sämtliche Planungen für den Dünningsbruch bis zur Klärung auf Eis zu legen“, erklärt Lennart Poll, Vorsitzender der FDP-Hagen.
„Dass Hagen aktuell zusätzliche Gesamtschulplätze benötigt, steht außer Frage. Allein in diesem Jahr konnten rund 140 Anmeldungen nicht berücksichtigt werden. Allerdings schwanken diese Überhänge seit Jahren erheblich, und belastbare Prognosen für die langfristige Entwicklung fehlen. Auf dieser Grundlage eine neue fünfzügige Gesamtschule zu planen, halten wir für ausgesprochen riskant. Schließlich darf eine kurzfristige Nachfragespitze nicht dazu führen, dass wir langfristig Überkapazitäten schaffen und am Ende womöglich ein bestehendes Gymnasium zur Disposition steht. Wir brauchen deshalb eine flexible, am tatsächlichen Bedarf orientierte Lösung, vorzugsweise unter Nutzung vorhandener Gebäude. Ein deutlich mehr als 100 Millionen schwerer Neubau im Dünningsbruch wäre angesichts der dramatischen Haushaltslage auch finanziell kaum zu verantworten“, betont Graf.
Auch bei den Cuno-Berufskollegs sieht die FDP die bisherige Standortsuche kritisch.
„Beim Höing erleben wir, wohin es führt, wenn Alternativen nicht konsequent geprüft werden. Viel Geld wurde in ein Gutachten investiert, dessen Aussagekraft wir erheblich bezweifeln. Dass ein überschaubarer Sportplatz mitten in einem verkehrlich ohnehin belasteten Wohngebiet kein geeigneter Standort für einen derart gewaltigen Schulkomplex ist, hätte von Anfang an auf der Hand liegen müssen. Stattdessen wurden wertvolle Zeit und Ressourcen auf eine Planung verwendet, die auf massiven Widerstand stoßen musste. Der Oberbürgermeister sollte jetzt endlich einen Schlussstrich ziehen und die Bebauung des Sportplatzes am Höing endgültig beerdigen“, fordert Poll.
„Die neue Campusidee bietet die seltene Gelegenheit, gleich mehrere festgefahrene Probleme auf einmal zu lösen. Dafür brauchen wir jetzt Tempo, verbindliche Gespräche mit dem Land und eine seriöse Kosten- und Zeitplanung. Vor allem müssen die Cuno-Berufskollegs endlich eine dauerhafte Perspektive bekommen. Hagen kann sich weder weitere Jahre des Stillstands noch neue finanzielle Abenteuer leisten“, so Graf abschließend.
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Bildquelle: Marc van Woerkom, CC BY-SA 3.0
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