Cuno-Neubau am Höing: FDP kann Standortempfehlung von Verwaltung und Gutachtern nicht nachvollziehen

Von Daniel George

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Hagen wird einem Neubau der Cuno-Berufskollegs auf dem ehemaligen Sportplatz am Höing nicht zustimmen. Nach einem gemeinsamen Ortstermin mit der Bürgerinitiative „CuNo“ sehen die Liberalen ihre erheblichen Zweifel an der Standortwahl bestätigt.

„Wer sich die Fläche vor Ort anschaut, erkennt schnell, dass dieser Standort für ein Berufskolleg mit rund 3.500 Schülerinnen und Schülern völlig ungeeignet ist“, erklärt die FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Graf. „Die Fläche ist zu klein, liegt mitten in einem Wohngebiet und verfügt weder über die notwendige Infrastruktur noch über eine leistungsfähige Verkehrsanbindung.“

Besonders kritisch bewertet die FDP die Erschließung des Geländes. Die Zufahrt erfolgt im Wesentlichen über zwei schmale Anliegerstraßen. Bereits heute sei die Verkehrs- und Parksituation im Umfeld angespannt.

„Es ist kaum nachvollziehbar, wie Gutachter und Verwaltung zu dem Ergebnis kommen konnten, dass ausgerechnet dieser Standort die beste Lösung sein soll“, so Graf weiter. „Die zu erwartenden Verkehrsströme würden die vorhandene Infrastruktur überfordern. Nach unserem Eindruck wurden die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort nicht ausreichend berücksichtigt.“

Auch die fehlende Einbindung in das städtische Umfeld spricht aus Sicht der Liberalen gegen den Standort. Für mehrere tausend Schülerinnen und Schüler fehlten fußläufig erreichbare Verpflegungsangebote und die sonst für Berufskollegs typische urbane Infrastruktur.

Der FDP-Kreisvorsitzende Lennart Poll fordert deshalb eine grundlegende Neuorientierung bei der Standortsuche: „Die Stadt braucht moderne Berufskollegs, aber an einem zentralen und verkehrlich gut erreichbaren Standort. Berufskollegs bringen Kaufkraft, Frequenz und Leben in eine Stadt. Diese Potenziale sollten wir für die Innenstadt oder bereits vorbelastete Flächen nutzen, statt eine wichtige Sport- und Freifläche großflächig zu versiegeln.“

Die FDP spricht sich dafür aus, die Fläche am Höing als Sport-, Freizeit- und Grünfläche weiterzuentwickeln und auf eine Bebauung in dieser Größenordnung zu verzichten.

„Wir unterstützen den Neubau der Cuno-Berufskollegs ausdrücklich. Aber die Verwaltung muss jetzt schnell realistische Alternativen vorlegen. Ein ungeeigneter Standort wird nicht dadurch geeignet, dass man ihn schön redet – aus welchen Gründen auch immer“, betont Graf abschließend.

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