FDP-Fraktion fordert Umdenken bei Anbindung des Bahnhof-West-Areals

Die FDP-Fraktion Hagen fordert nach den jüngsten Berichten über die ungewisse Zukunft des geplanten Bahnhofstunnels ein grundsätzliches Umdenken bei der Anbindung des Bahnhof-West-Areals. Statt sich weiter auf eine teure und zeitlich kaum kalkulierbare Tunnellösung durch den bestehenden Personentunnel zu versteifen, müsse die Stadt endlich ernsthaft Alternativen prüfen.
„Seit Jahren erleben wir Stillstand und immer neue Unsicherheiten bei Kosten, Fördermitteln und Zeitplänen. Gleichzeitig liegen auf Bahnhof-West enorme Entwicklungschancen brach“, erklärt die Vorsitzende der FDP-Fraktion Hagen, Katja Graf. „Die nun diskutierte Tunnellösung ist weder zeitlich realistisch noch überzeugend für den Radverkehr. Die Verwaltung hat über viele Jahre umfangreiche Vorbereitungen für eine Lösung im Bereich der Werdestraße getroffen und dafür auch Grundstücke angekauft. Warum sollte man dieses Potential nun einfach in den Mülleimer werfen?“
Nach Auffassung der Liberalen müsse insbesondere geprüft werden, ob eine moderne Brückenlösung im Bereich der Werdestraße die sinnvollere und schnellere Alternative darstellt. Eine solche Lösung könne den Radverkehr deutlich besser berücksichtigen und zugleich perspektivisch Bahnsteiganschlüsse mitdenken. Zudem wäre die Stadt wahrscheinlich weniger abhängig vom langjährigen Umbau des Hauptbahnhofs und den komplizierten Abstimmungsprozessen mit der Deutschen Bahn.
Der FDP-Kreisvorsitzende Lennart Poll kritisiert vor allem die fehlende Priorisierung des Projekts durch die Verwaltungsspitze: „Die eigentliche Gefahr ist doch, dass sich Hagen noch ein weiteres Jahrzehnt mit Gutachten, Prüfungen und immer neuen Kostensteigerungen beschäftigt, ohne dass sich auf Bahnhof-West irgendetwas bewegt. Wir brauchen dort endlich Entwicklung, neue Arbeitsplätze und zusätzliche Steuereinnahmen statt weiterer Verzögerungen.“
Zugleich warnt Poll davor, die Debatte über die zukünftige Nutzung der Fläche weiter losgelöst von der Verkehrsfrage zu führen: „Solange die zentrale Anbindung an den Hauptbahnhof ungeklärt ist, bleiben viele Diskussionen über die Nutzung des Areals theoretisch. Deshalb muss die Verwaltung jetzt alle realistischen Varianten offen und ohne planerischen Tunnelblick prüfen – ausdrücklich auch eine Brückenlösung an der Werdestraße.“
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