Anfrage: Kita-Versorgung in Hagen: Versorgungslage, Ausbauplanung und Sachstand Modulbauweise

Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Kindertagesbetreuung ist eine gesetzliche Verpflichtung und gesellschaftspolitische Priorität. Trotz wiederholt im Infrastrukturausschuss thematisierter Bedarfssituation fehlt bislang eine strukturierte Gesamtübersicht über Versorgungslage, Ausbaustand und konkreten Zeitplan zur Lückenschließung. Die FDP-Ratsfraktion sieht insbesondere in der Modulbauweise ein erhebliches Beschleunigungspotenzial: Angesichts steigender Baukosten und knapper konventioneller Kapazitäten muss die Verwaltung jetzt konkrete Schritte benennen, wann und wie sie die verbleibende Lücke schließt – und ob die Modulbauweise dabei endlich vom Prüfungsstadium in die Umsetzung kommt.
Anfrage
1. Aktuelle Versorgungslage
a) Wie viele Kita-Plätze (getrennt nach U3 und Ü3) stehen der Stadt Hagen aktuell (Stand 01.06.2026) zur Verfügung, und wie hoch ist die aktuelle Betreuungsquote?
b) Wie hoch ist der aktuell gemeldete bzw. prognostizierte Bedarf an Kita-Plätzen (U3 und Ü3), und welche Versorgungslücke ergibt sich daraus?
c) In welchen Stadtteilen ist die Versorgungssituation besonders angespannt?
2. Konkrete Ausbauplanung
Wir bitten um eine tabellarische Übersicht aller aktuell konkret geplanten oder im Bau befindlichen Kita-Maßnahmen (Neubau, Erweiterung, Ersatzbau) mit folgenden Angaben:
- Standort und Art der Maßnahme
- Kapazität (Plätze U3/Ü3)
- Aktueller Planungsstand (Leistungsphase nach HOAI)
- Geplante Kosten und Finanzierung
- Voraussichtliche Inbetriebnahme
3. Schließung der Versorgungslücke
a) Reichen die unter Punkt 2 genannten Maßnahmen aus, um die Versorgungslücke vollständig zu schließen? Wenn nein: Wie groß ist die nach Umsetzung aller geplanten Maßnahmen verbleibende Lücke?
b) Welche weiteren Standorte werden aktuell für künftige Kita-Maßnahmen geprüft?
c) Auf welche Fördermittel (Bundes- und Landesmittel) greift die Verwaltung für die Kita-Ausbauprogramme zurück, und wie ist der aktuelle Bewilligungsstand?
d) Wie lang gilt die Gewährleistungspflicht für den Fall einer erneuten Schädigung des Belages?
4. Sachstand Modulbauweise
Im Infrastrukturausschuss wurde mehrfach ausgeführt, dass die Verwaltung den Einsatz der Modulbauweise für den Kita-Neubau prüft.
a) Welchen konkreten Sachstand hat diese Prüfung aktuell erreicht? Liegen abgeschlossene Machbarkeits- oder Wirtschaftlichkeitsstudien vor?
b) Für welche konkreten Projekte plant die Verwaltung den Einsatz der Modulbauweise, und in welchem Zeithorizont?
c) Inwieweit wird dabei die Massivholz-Modulbauweise (z.B. nach ökologischen Standards wie Woodspace o.ä.) als präferierter Standard geprüft, um Schnelligkeit mit den städtischen Klimazielen zu verbinden?
d) Wurden Erfahrungen anderer Kommunen geprüft bzw. angedacht fertige Modulbaukonzepte zu übernehmen?
e) Um wie viele Monate ließe sich die Zeitspanne von der Bedarfsfeststellung bis zur Inbetriebnahme durch den Einsatz vorgefertigter Holzmodule nach Einschätzung der Verwaltung verkürzen?
f) Liegen der Verwaltung Vergleichsberechnungen vor, wie sich die Lebenszykluskosten (Bau, Betrieb, Rückbau/Recycling) eines modernen Holzmodulbaus gegenüber einem konventionellen Massivbau verhalten?
g) Welche Hemmnisse bestehen ggf. für einen breiten Einsatz der Modulbauweise (z.B. Grundstücksverfügbarkeit, baurechtliche Anforderungen, fehlende Fachkapazitäten)?
Wir bitten um schriftliche Beantwortung der Anfrage.
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