Anfrage: Sachstand zum Mountainbike-Tourismusprojekt ‘Hagen Trails’

Von Daniel George

Hagen verfügt aufgrund seiner waldreichen Topografie über ideale Voraussetzungen für Mountainbike-Tourismus. Die HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG engagiert sich in diesem Bereich seit mehreren Jahren, ohne dass bislang ein substanzielles, offiziell genehmigtes Trailnetz entstanden ist. Das Projekt „Hagen Trails“ läuft seit mindestens Oktober 2024 mit externer Dienstleisterbeauftragung – und befindet sich nach aktuellem Kenntnisstand weiterhin in der Planungs- und Verhandlungsphase.

Die FDP-Ratsfraktion hält eine transparente Berichterstattung gegenüber dem Ausschuss für geboten: Es geht um den Einsatz öffentlicher Mittel über eine städtische Tochtergesellschaft, um konkrete Ergebnisse, die den Bürgerinnen und Bürgern bislang nicht sichtbar sind, und um die Frage, ob Hagen sein touristisches Potenzial in diesem Bereich tatsächlich nutzt oder ob es sich bei dem Engagement um ein dauerhaftes Projekt ohne greifbaren Output handelt.

Hinzu kommt der aktuelle gesetzliche Rahmen: Das laufende Gesetzgebungsverfahren zum Landesforstgesetz NRW berührt unmittelbar die Rahmenbedingungen des Projekts. Der Ausschuss sollte wissen, wie die Verwaltung die Lage bewertet und ob Hagen die Möglichkeit zur Einflussnahme genutzt hat.

Anfrage

1. Projektziele, Zeitplan und Beauftragung

Die HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG hat unter dem Projektnamen „Hagen Trails“ eine Initiative zur Etablierung eines professionellen Mountainbike-Trailnetzes in Hagen gestartet. Nach öffentlichen Berichten wurde im Oktober 2024 ein externer Dienstleister für die Trailentwicklung unter Vertrag genommen. Seitdem laufen nach Kenntnis der FDP-Ratsfraktion Verhandlungen mit Waldbsitzern sowie vorbereitende Genehmigungs-schritte.

a) Welche konkreten Ziele hat die HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG mit dem Projekt „Hagen Trails“ definiert, und welche messbaren Meilensteine wurden gesetzt? Bis wann sollen diese jeweils erreicht sein?

b) Seit wann beschäftigt sich die HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG – oder zuvor andere Stellen der städtischen Wirtschafts- und Tourismusförderung – mit dem Thema Mountainbike-Tourismus in Hagen? Gab es Vorläuferprojekte, frühere Konzeptstudien oder Beschlüsse, die dem aktuellen Projekt vorausgingen?

c) Welche Gründe wurden bei abgelehnten Anträgen seitens der Bezirksregierung oder der NRW.BANK maßgeblich angeführt?

2. Bisherige Ergebnisse und aktueller Umsetzungsstand

Angesichts des mehrjährigen Engagements im Bereich Mountainbike-Tourismus und der laufenden Beauftragung seit Oktober 2024 fragt die FDP-Ratsfraktion nach dem tatsächlich Erreichten.

a) Was wurde im Rahmen von „Hagen Trails“ bislang konkret umgesetzt? Wie viele neue, offiziell genehmigte Trails wurden seit Projektbeginn angelegt oder befinden sich in einem abgeschlossenen Genehmigungsverfahren? Wo liegen ggf. aktuell die wesentlichen Hindernisse für eine zügige Umsetzung?

b) In welchem Stadium befinden sich die Verhandlungen mit privaten Waldbesitzern? Mit wie vielen Eigentümern konnten bislang Nutzungsvereinbarungen getroffen werden?

c) Wurden ursprünglich gesetzte Ziele oder Zeitpläne bereits angepasst? Falls ja: aus welchen Gründen, und welche neuen Zielvorgaben gelten seither?

3. Kosten und Wirtschaftlichkeit

a) Welche Mittel hat die HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG für das Projekt „Hagen Trails“ seit Beginn der Aktivitäten im Bereich Mountainbike-Tourismus insgesamt aufgewendet – aufgeschlüsselt nach Personal-, Honorar- und Sachkosten sowie nach Jahr?

b) Welche wirtschaftlichen Effekte wurden bisher durch das bestehende Mountainbike-Angebot in Hagen nach Kenntnis der HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWCIKLUNG generiert (z.B. Übernachtungszahlen, Tagestouristen, Umsatzeffekte für lokale Betriebe)? Liegen der HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG belastbare Erhebungen oder fundierte Schätzungen vor?

4. Landesforstgesetz NRW – Auswirkungen auf das Projekt

Am 13. Mai 2026 hat das NRW-Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Entwurf eines neuen Landesforstgesetzes in die Verbändeanhörung gegeben (Frist: 8. Juni 2026). Der Entwurf enthält Regelungen zum Radfahren im Wald, die – je nach Ausgestaltung – erhebliche Auswirkungen auf die Genehmigungsfähigkeit von Mountainbike-Trails haben können.

a) Hat die Stadt Hagen oder die HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG im Rahmen der Verbändeanhörung zum neuen Landesforstgesetz NRW eine Stellungnahme eingereicht, bzw. hat Sie sich als besonders betroffene Kommune über Dritte (z.B. Städtetag NRW) in den Prozess eingebracht? Falls ja: mit welchen Kernpositionen?

b) Wie bewertet die Verwaltung die aktuelle Entwurfslage? Welche konkreten Auswirkungen hätte das neue Landesforstgesetz auf das Projekt „Hagen Trails“, insbesondere im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit neuer Singletrails und die Nutzung des städtischen Waldes?

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