FDP fordert bessere Kooperation zwischen Landwirtschaft und Katastrophenschutz

Die FDP-Fraktion will die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Feuerwehr und Katastrophenschutz in Hagen systematisch ausbauen. Für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 17. September beantragt sie deshalb zu prüfen, wie landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen im Katastrophenfall schnell und koordiniert eingesetzt werden können. Dabei soll insbesondere eine Nutzung des bestehenden Projektes „Red Farmer“ geprüft werden.
„Die aktuellen Waldbrände zeigen, dass wir nicht nur über Gefahren und Prävention sprechen dürfen, sondern auch ganz konkret darüber, wie wir unsere Einsatzkräfte im Ernstfall zusätzlich unterstützen können. Landwirte verfügen mit großen Wasserfässern, Traktoren, Bodenbearbeitungsgeräten oder Teleskopladern über Technik, die in solchen Situationen ausgesprochen wertvoll sein kann. Unser Vorschlag ist deshalb, diese vorhandenen Ressourcen schon vorher systematisch in die Einsatzplanung einzubeziehen“, erklärt Katja Graf, Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Hagen.
Ein Vorbild sieht die FDP im Projekt „Red Farmer“. Die Initiative entstand in der Südpfalz und wurde inzwischen auf ganz Rheinland-Pfalz ausgeweitet. Auch in Bayern wird das Portal von Bauernverband und Landesfeuerwehrverband unterstützt und genutzt. Seit Mai 2026 beteiligt sich zudem Schleswig-Holstein. Landwirte können dort ihre verfügbaren Wasser- und Güllefässer, Zugfahrzeuge und weitere Geräte registrieren. Im Einsatzfall können die Feuerwehr-Leitstellen gezielt auf diese Informationen zurückgreifen.
Graf sieht darin einen entscheidenden Vorteil: „Schon bei der Flutkatastrophe 2021 haben wir erlebt, wie schnell und unbürokratisch Landwirte mit ihren Maschinen geholfen haben. Red Farmer macht aus dieser spontanen Hilfe eine vorbereitete Zusammenarbeit. Wenn Feuerwehr und Katastrophenschutz bereits vorher wissen, wer helfen kann, wo ein großes Wasserfass steht und welche Maschinen verfügbar sind, muss das nicht erst während einer laufenden Katastrophe organisiert werden. Das kann im Ernstfall wichtige Zeit sparen.“
Wie praktisch diese Unterstützung sein kann, zeigt sich derzeit in Rheinland-Pfalz: Bei einem Vegetationsbrand bei Haßloch unterstützten Red Farmer die Feuerwehr zuletzt mit drei großen Wasserfässern. Auch beim jüngsten Waldbrand in Hagen-Haspe spielte die schwierige Löschwasserversorgung eine Rolle; wegen des schwer zugänglichen Brandortes mussten mehrere hundert Meter Schlauchleitung verlegt werden.
„Gerade der Brand in Haspe zeigt, dass das Thema für Hagen ganz konkret ist. Wir wollen dabei aber nicht nur auf Waldbrände schauen. Landwirtschaftliches Gerät kann ebenso bei Hochwasser, Starkregen und anderen Katastrophenlagen helfen. Es geht ausdrücklich nicht darum, Ausstattung von Feuerwehr und Katastrophenschutz zu ersetzen. Wir wollen zusätzliche Möglichkeiten schaffen und das besser organisieren, was im Ernstfall ohnehin passiert: Menschen und Betriebe helfen mit dem, was sie zur Verfügung haben. Je besser wir das vorbereiten, desto schneller können wir handeln“, so Graf abschließend.
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