Antrag: Verwendung von freien Mitteln der Sportpauschale

In der Sportpauschale der Stadt Hagen sind derzeit erhebliche Mittel als kommunale Eigenanteile für Fördervorhaben reserviert, für die bislang keine Förderzusage vorliegt. Nach den zuletzt im Sport- und Freizeitausschuss dargestellten Zahlen betrifft dies Mittel von bis zu rund 1,3 Millionen Euro.
Die Stadt muss deshalb entscheiden, in welchem Umfang diese Mittel weiterhin für mögliche Förderanträge gebunden bleiben oder für andere dringend erforderliche Investitionen in die Hagener Sportinfrastruktur eingesetzt werden.
Dabei sollte nicht vorschnell auf aussichtsreiche Fördermöglichkeiten verzichtet werden. Gleichzeitig erscheint es nicht sinnvoll, die vorhandenen Mittel nahezu vollständig und auf unbestimmte Zeit für Fördervorhaben zu reservieren, deren Realisierung und Förderung derzeit ungewiss sind. Eine erneute Antragstellung bedeutet noch keine Förderzusage und würde die notwendigen kommunalen Eigenanteile erneut über einen längeren Zeitraum binden.
Mit der Freigabe von bis zu 300.000 Euro bleibt der überwiegende Teil der bislang reservierten Mittel grundsätzlich für größere Fördervorhaben verfügbar. Gleichzeitig können eine Reihe überschaubarer, konkreter und teilweise bereits länger erforderlicher Verbesserungen an Hagener Sportstätten kurzfristig umgesetzt werden.
Besonders dringlich ist die weitere Umrüstung der Basketballkörbe. Der Westdeutsche Basketball-Verband schreibt für den Spielbetrieb der Altersklassen U10 und U12 eine Korbhöhe von 2,60 Metern vor. Entsprechende Umrüstungen wurden in Hagen bereits begonnen. Die noch ausstehenden Maßnahmen konnten aufgrund der zwischenzeitlich ausgeschöpften Mittel der Sportpauschale jedoch nicht vollständig umgesetzt werden. Durch die Fortsetzung der Umrüstung werden weitere Hallen für den Mini- und Jugendbasketball nutzbar. Gleichzeitig können Hallenzeiten flexibler verteilt und besonders stark nachgefragte Sporthallen entlastet werden.
Auch die Beschaffung von Rolltribünen bzw. zusätzlicher mobiler Zuschauerbestuhlung für die Otto-Densch-Sporthalle ist kurzfristig umsetzbar. Durch den Aufstieg der BBA Hagen in die 2. Basketball-Bundesliga ProB haben sich die Anforderungen an die Zuschauerkapazität erhöht. Die Halle ist zwar für bis zu 500 Zuschauer zugelassen, diese Kapazität lässt sich mit der vorhandenen Tribünensituation jedoch kaum ausschöpfen. Mit einem vergleichsweise geringen Mitteleinsatz kann die vorhandene Sportstätte deutlich besser genutzt werden.
Handlungsbedarf besteht ebenfalls bei der Sprecherkabine im Ischelandstadion. Die derzeitige Lösung erfüllt bei höherklassigen Fußballspielen die Anforderungen von Polizei und Sicherheitskräften nur eingeschränkt. Eine dauerhafte Lösung würde bestehende Defizite beseitigen und das Stadion zugleich für zukünftige höherklassige Spiele und größere Veranstaltungen besser aufstellen. Dies ist auch mit Blick auf eine mögliche Nutzung Hagens als Trainingsstandort im Rahmen der Frauen-Fußball-Europameisterschaft 2029 sinnvoll.
Mit der Erneuerung der Stabhochsprunganlage im Ischelandstadion sowie der Hochsprunganlage in Hohenlimburg werden zudem wichtige Bestandteile der Hagener Leichtathletikinfrastruktur gesichert. Die Erneuerung des Tennisnetzes einschließlich Gestänge im Hammeckepark zeigt darüber hinaus, dass bereits mit sehr kleinen Investitionen unmittelbar nutzbare Verbesserungen erreicht werden können.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen haben gemeinsam, dass sie vorhandene Sportstätten verbessern, konkrete Bedarfe decken und weitgehend kurzfristig umgesetzt werden können. Die Freigabe eines begrenzten Teils der bislang reservierten Sportpauschale ermöglicht damit Verbesserungen für zahlreiche Sportlerinnen und Sportler, Vereine und Schulen, ohne gleichzeitig die Möglichkeit aufzugeben, größere und aussichtsreiche Vorhaben weiterhin über Förderprogramme zu realisieren.
Die Sportpauschale sollte dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich und zeitnah einen Nutzen für den Hagener Sport entfalten kann.
Antrag
Der Sport- und Freizeitausschuss beschließt:
1. Von den derzeit für noch nicht bewilligte Fördervorhaben reservierten Mitteln der Sportpauschale werden bis zu 300.000 Euro für kurzfristig umsetzbare Investitionen in die bestehende Hagener Sportinfrastruktur freigegeben.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, aus diesen Mitteln – vorbehaltlich der jeweiligen Förderfähigkeit aus der Sportpauschale – folgende Maßnahmen umzusetzen:
a) Umrüstung der Basketballkörbe auf höhenverstellbare Anlagen in den Groß- und Grundschulturnhallen sowie die noch ausstehende Umrüstung der Hauptkörbe in den im Bericht 1000/2025-1 genannten Sporthallen (voraussichtliche Kosten: ca. 85.000 Euro)
b) Beschaffung von Rolltribünen bzw. zusätzlicher mobiler Zuschauerbestuhlung für die Otto-Densch-Sporthalle (voraussichtliche Kosten: ca. 35.000 bis 45.000 Euro)
c) Erneuerung der Sprecherkabine im Ischelandstadion als dauerhafte Lösung (voraussichtliche Kosten: ca. 120.000 Euro)
d) Erneuerung der Stabhochsprunganlage im Ischelandstadion (voraussichtliche Kosten: ca. 26.000 bis 42.500 Euro)
e) Erneuerung der Hochsprunganlage in Hohenlimburg (voraussichtliche Kosten: ca. 4.000 bis 5.000 Euro)
f) Erneuerung des Tennisnetzes einschließlich Gestänge im Hammeckepark (voraussichtliche Kosten: ca. 1.500 Euro)
3. Soweit die verfügbaren 300.000 Euro aufgrund der tatsächlichen Beschaffungskosten nicht zur vollständigen Umsetzung aller genannten Maßnahmen ausreichen, legt die Verwaltung dem Sport- und Freizeitausschuss einen Vorschlag zur Priorisierung vor.
4. Die Verwaltung berichtet dem Sport- und Freizeitausschuss darüber, welche der bislang aus der Sportpauschale mit Eigenanteilen hinterlegten Fördervorhaben weiterhin verfolgt und welche hierfür reservierten Mittel nach aktuellem Stand weiterhin benötigt werden.
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